Die Bundesregierung will das gesetzliche
Renteneintrittsalter auf 67 Jahre anheben.
Was heißt das im Einzelnen?
Die Beiträge zur Rentenversicherung werden um gerade einmal 0,3 bis maximal
0,5 Punkte gesenkt. Wer bei voller Anwendung des höheren Rentenalters früher in
den Ruhestand gehen will, muss Rentenabschläge von bis zu 14,4 Prozent in Kauf
nehmen. Schon heute ist nur jeder dritte Beschäftigte der über 55 bis 65-Jährigen
überhaupt noch erwerbstätig – die niedrigste Quote älterer Beschäftigter in ganz
Europa. Erwerbsgeminderte Menschen sind gleich mehrfach betroffen: Sie erhalten
schon jetzt weniger Rente, müssen höhere Abschläge hinnehmen, können oftmals
nicht privat vorsorgen. Nur 27 Prozent der Männer und nur 4 Prozent der Frauen
erfüllen die Voraussetzung, um nach einer Ausnahmeregelung bei
45 Pflichtversicherungsjahren bereits mit 65 Jahren in Rente gehen zu können.
Zudem ist diese Regelung verfassungswidrig, da sie Frauen und Erwerbslose
benachteiligt. Mindestens 1,2 bis 3 Millionen zusätzliche Arbeitsplätze wären nötig,
wenn die Rente mit 67 im Jahr 2029 überhaupt voll wirksam sein soll.
•
DIE LINKE. fordert:
Die Beibehaltung der Regelaltersgrenze von 65 Jahren; flexiblere Ausstiegsmöglichkeiten
bis 65, z.B. über Altersteilzeit; eine sozial gerechte Rentenversicherung, in die alle
Erwerbstätigen einzahlen, also auch Selbstständige, Politiker und Beamte; einen leichteren
Zugang zur Erwerbsminderungsrente und den Verzicht auf Abschläge; Strafzahlungen
für Großunternehmen, die trotz wachsender Gewinne massenhaft Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer entlassen; eine offensive Beschäftigungspolitik durch
Investitionsprogramme; einen gesetzlich garantierten Mindestlohn Zur Stabilisierung des
Rentensystems; die Entwicklung eines öffentlich geförderten Beschäftigungssektors (ÖBS),
den Ausbau öffentlicher Dienstleistungen sowie Arbeitszeitverkürzungen und den Abbau
von Überstunden; eine gesetzliche Ausbildungsplatzumlage für Jugendliche; den Ausbau der
Weiterbildungs- und Qualifizierungsmöglichkeiten für Ältere.