Junglehrer sehen rot
Die Linke unterstützt Protest – 5000 Lehrer/innen droht Arbeitslosigkeit
Unter dem Motto „Wir sehen rot – deshalb tragen wir rote Kleidung“ hat die GEW für den 10. Juli, 16 Uhr auf dem Schlossplatz in Stuttgart zu einer Protestkundgebung aufgerufen. Grund: 5000 ausgebildeten Junglehrern droht in Baden-Württemberg ab August Arbeitslosigkeit und damit der direkte Übergang zu Hartz IV. Lehrkräfte werden im Beamtenverhältnis ausgebildet und bekommen kein Arbeitslosengeld.
Besonders hat betroffen sind die Grund- und Hauptschulen. Hier werden selbst ausgebildete Lehrer/innen mit der Note 1,0 arbeitslos, da von den 2600 Bewerber/innen nur 65 im Listenverfahren und 265 im schulbezogenen Verfahren eine Stelle bekommen – die Einstellungsquote beträgt also nur 13%!
Trotz des Wahlversprechens, keine Stellen zu streichen, hat Oettinger 521 Stellen „gesperrt“ und weitere 349 durch die Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung für Referendare eingespart. Dass sie so zu ihrer eigenen Arbeitslosigkeit beitragen, ärgert die Junglehrer/innen besonders.
Zudem werden die durch den Schülerrückgang rechnerisch frei werdenden Stellen werden umgeschichtet um etwa in den Gymnasien G8 durchzuführen.
An den Grund- und Hauptschulen droht dafür eine dramatische Verschlechterung der Situation, da Stütz- und Fördermaßnahmen sowie Krankheitsvertretungen in großem Umfang gestrichen werden. Damit schwinden auch Hoffnungen auf Vertretungsverträge. Vielen bleibt nur die Hoffnung, als „pädagogische Assistenten“ – die künftige Billiglohngruppe der Lehrer – mit schlechter Bezahlung und Arbeitszeiten bis zu 50 Stunden wöchentlich wenigstens um Hartz IV herumzukommen.
Statt „verlässliche Grundschule“ und die „Stärkung der Hauptschule“ also noch häufiger Unterrichtsausfall und Klassenzusammenlegungen.
Einerseits wird sich also die Unterrichtssituation verschlechtern, andererseits die Lehrerarbeitslosigkeit verschärfen, da viele junge Leute den Versprechungen guter Berufsaussichten geglaubt und ein Lehrerstudium begonnen haben.