Presseinformationen zum Thema Mindestlohn:
22. September 2003
WASG fordert Mindestlohn
Am 21. September fand in der Gaststätte Kronenstuben in Ludwigsburg eine
Veranstaltung der Wahlalternative Arbeit & soziale Gerechtigkeit (WASG)
statt.
Thema war die Forderung der WASG zum Mindestlohn. Der Referent
Werner
Hillenbrand begann seine Ausführungen mit dem Spruch: „Armut im
Lande, macht der
Regierung oft Schande."
Der Anteil der Beschäftigten im Niedriglohnbereich steigt ständig. Fast
vier
Millionen Menschen leben trotz Vollzeitarbeit in Armut. Darunter 71%
Frauen.
Dieser Tatbestand drückt sich auch in der Reallohnentwicklung aus.
Während in
allen westlichen Industrienationen die Reallöhne zwischen 5%
bis 25 %
(Großbritannien 25,2 %, Schweden 25,4 %) gestiegen sind, verzeichnete
Deutschland einen Rückgang von 0,9 %. „Bei Vollzeitarbeit muss jeder Bürger
vom
Verdienst sein Leben bestreiten können. Es ist Aufgabe der Politik dafür
zu
sorgen. Deshalb ist ein Mindestlohn von 8 € notwendig:" so der Referent.
In den
meisten Industrieländern selbst in den USA gibt es Mindestlöhne von
7 – 9 €.
Nach einer empirischen Studie der OECD, gibt es keine negative
Auswirkung auf
das Beschäftigungsniveau. In Großbritannien ist seit der
Einführung des
Mindestlohnes 1999, bei der 1,4 Millionen Arbeitnehmer mehr
Geld erhielten, die
Arbeitslosigkeit von 6,2 auf 4,7 % zurückgegangen. In
Deutschland würden bei
Einführung eines Mindestlohnes von 8 €, über
4 Millionen Arbeitnehmer mehr Geld
erhalten. Die Kaufkraft und Nachfrage
würde steigen und damit Arbeitsplätze
schaffen.